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Forellenhof Benecke – Ein guter Fang

Schwimmt man gegen den Elbstrom und die Ilmenau, landet man zwischen Bienenbüttel und Bad Bevensen in Bruchtorf. Und stößt nicht etwa auf Heidschnucken oder Buchweizentorte, nein, hier gibt es seit 100 Jahren Fischteiche. Denn auch Fischzucht hat in der Lüneburger Heide Tradition. Die Bauern haben sich damit ein Zubrot verdient, denn die sandigen Böden haben es ihnen nicht immer leicht gemacht. Die natürliche Wasserversorgung bot dafür eine besonders gute Grundvoraussetzung für die Teiche. Mit Leidenschaft und Hingabe führt Familie Benecke seit mittlerweile 41 Jahren den Forellenhof und hat daraus eine nachhaltige Bio-Fischzucht gemacht.

Die Sonne strahlt sanft durch die Bäume, als wir die Familie besuchen. Der Räucherofen ist schon in Betrieb, beheizt mit dem Holz aus dem eigenen Wald. Begrüßt werden wir zuallererst von Gesa, der Dackeldame des Hauses. Wir folgen dem Geräusch eines sanften Plätscherns und treffen die Familie an den Fischteichen. Der frühe Fisch schnappt bekanntlich den Wurm. Womit wir gleich mit dem ersten Klischee aufräumen können: Die Fische werden nicht geangelt! Das machen nur die Hobbyangler am Angelteich hinter der Fischzucht.

Wenn’s um Qualität geht, fischst du hier nicht im Trüben!

Vom Fischei bis zum ausgewachsenen, verzehrbereiten Fisch vergehen zwei Jahre. In dieser Zeit kümmern sich die Beneckes um die Tiere und veredeln sie am Ende auch zu geräucherten und eingelegten Delikatessen. Tradition, Handarbeit und Natur liegen ihnen am Herzen. Und der Faktor Zeit – bei der Aufzucht wie auch beim Räuchern. Und das schmeckt man. Fischzuchtmeister Hermann Benecke und seine Frau Gunna haben mit ihrer Leidenschaft auch ihre Kinder Katharina und Julian gefangen, die sich mittlerweile voll und ganz in den Familienbetrieb einbringen. Mit den Kindern ist auch der Betrieb gewachsen und so kümmern sie sich mittlerweile an drei Standorten in unmittelbarer Umgebung um Bachforellen, Lachsforellen, Bachsaiblinge und Karpfen, die sie nach Naturland Kriterien züchten. Die Richtlinien geben ein gesundes Maß der Bewirtschaftung, im Sinne der Natur und des Tierwohls, vor. Es werden deutlich weniger Fische pro Kubikmeter im Wasser gehalten. Gefüttert wird natürlich auch mit biologischem Futter. Die Fische bekommen gepresstes Fischmehl, dass aus den Resten nachhaltig gezüchteter Fische hergestellt wird und damit auch den natürlichen Fressgewohnheiten der Raubfische entspricht. Das Wasser in den Teichen wird aus Bächen gespeist, den Fischen wird darin eine genau berechnete und so besonders energieeffiziente Menge an Sauerstoff zugeführt. Und auch das Abwasser wird zu keiner Belastung für die Umwelt, denn weder Wasser noch die Tiere brauchen durch diese Haltung irgendwelche Behandlungsmittel, es wird sogar in extra Becken natürlich geklärt.
Die Fische, die im schlachtreifen Alter sind, werden aus den Teichen gekeschert und anschließend in Becken mit Frischwasser einmal „durchgespült“. Denn bei aller Reinheit des Heidewassers in der Anlage, man möchte in Hinblick auf Qualität nicht den Effekt von brackigen Geschmacksnuancen.

Die geklärten Fische werden dann direkt im Schlachthaus, das neben dem Bruthaus liegt, ausgenommen und weiterverarbeitet. Der Forellenhof ist einer der wenigen Betriebe, der noch den gesamten Kreislauf von Brut, Aufzucht und Verarbeitung auf sich nimmt. Auch wenn es arbeitsintensiv ist, nur so können sie ihrem Anspruch an Handwerk und Qualität gerecht werden, sagen die Beneckes bei der Führung durch den Betrieb. Und so haben die Fische das wohl bestmögliche Leben in einer Haltung; das geschmackvollste Ende sowieso.

Denn auch Prozesse wie die Räucherung werden ständig überprüft und optimiert, um von der Rauchintensität bis zur Konsistenz am Gaumen die perfekte Balance zu finden. Dieses gesamtheitliche Naturerlebnis schmeckt den Kunden auf dem Isemarkt, in den Restaurants, aber auch den natürlichen Fressfeinden der Fische. So müssen sie ihre Teiche vor Fischreihern, Kormoranen, Enten aber auch Ottern mit Netzen schützen. Denn wenn eine Otterfamilie mal über einen Teich herfällt, bleiben nur wenige Fische am Leben.


Als wir am Ende des Tages vom Hof fahren, hat uns Hermann Benecke noch ganz frisch einen Saibling ausgenommen. Seine Frau gibt uns den Tipp, diesen nicht gleich in die Pfanne zu hauen, er sei noch deutlich zu frisch! Und wirklich, erst nach Abklingen der Totenstarre ließ sich der Fisch hervorragend filetieren und zubereiten. Es war ein f(r)isches Vergnügen!

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Forellenhof Benecke entstanden.

KategorieFisch