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Wilkenshoff – Artenvielfalt mit Geschmack

Man fühlt sich zurückversetzt in eine andere Zeit, wenn man am Wilkenshoff ankommt. Allein der Anblick beruhigt und versetzt einen in die Kindheit zurück. Und das liegt nicht an dem Kindergarten, der auf dem Hof angesiedelt ist. Die liebevoll restaurierte Hofanlage strahlt Ruhe und Geborgenheit aus. So wie die entspannten, gut gelaunten Mitarbeiter, die auf den Feldern zu Bob Marley die ersten Pflanzen aussetzen. Auf diesem Bio-Hof blüht das Leben.

Ulrike Cohrs leitet den Hof in der 13. Generation. Seit sieben Generationen ist der Hof in Frauenhand, seit 20 Jahren wird er biologisch bewirtschaftet. Am Wilkenshoff, der Mitglied im Bioland-Verband ist, leben und arbeiten mittlerweile 20 Menschen aus mehreren Generationen und Nationen miteinander. Einige leben in bunten Bauwagen. Das internationale Konzept nennt sich WWOOF – Willing Workers on Organic Farms. Gegen Kost und Logis reisen Studierende oder andere Menschen, die Lust auf Farmarbeit haben, von Hof zu Hof und bringen sich dort mit Ideen und Woman- und Manpower ein.

Diese Geschlossenheit wird auch in den Hof-Kreisläufen umgesetzt. So wird das Futter für die Tiere des Hofes eigens angebaut und auch bei der Resteverwertung wird die Nahrungskette geschlossen.

Vor allem die Schweine am Hof profitieren von dem vielfältigen Angebot der „Speisekarte“.
Neben Landschweinen halten sie am Wilkenshoff auch Bentheimer und Mangalitza-Wollschweine – über deren strubbeligen Anblick sich auch die Kindergartenkinder täglich freuen. Die Gäste des Wolfs Junge können sich im Herbst auf deren besonderen Geschmack freuen.

An diesem Tag sucht sich Sebastian Junge ein Landschwein aus. Die Tiere, die in offenen Ställen gehalten werden und deutlich mehr Platz und Auslauf haben, kommen neugierig an den Zaun, nebenan spielen die jungen Ferkel vergnügt im Stroh. An Abwechslung und Bewegung mangelt es nicht. Und auch an frischen Gemüseresten aus den Gewächshäusern nebenan dürfen sich die Tiere gütlich tun. Besonders Rote Bete lieben die Schweine, erzählt uns Ulrike Cohrs. Das Schwein, das in den kommenden Tagen geschlachtet wird, kann auf eine vorbildliche Haltung zurückblicken, was sich auch im Fleisch widerspiegeln wird. Gefüttert wird mit Getreide aus hofeigenem Anbau, extra für die Schweine. Sie bekommen Roggen, Hafer und Gerste, dazu Erbsen sowie ökologisches Mineralfutter.

Die Vielseitigkeit des Betriebs begeistert beim Rundgang, hinter den Stallungen befindet sich eine Birnenallee mit unzähligen alten Sorten, jetzt in voller Blütenpracht, im Herbst wird man dann die bunte Vielfalt schmecken können. Es gibt eine Fülle an Kulturen. Gemüse, Getreide, verschiedene Kartoffelsorten und weiße, muskulöse Charolaisrinder, die den Sommer auf der Weide verbringen – ein Kalb kam kurz vor unserem Besuch zur Welt. 

Nachhaltige Impulse zu setzen und den kommenden Generationen gesundes Land und auch Artenvielfalt zu zeigen und zu hinterlassen, ist ein Antrieb für die Arbeitsweise am Hof. Aus diesem Grund hat Ulrike Cohrs vor 15 Jahren sogar einen Bauernhofkindergarten gegründet. 47 Kinder können tagtäglich Natur und Landwirtschaft erleben, diese Erfahrungen und Prägung liegt ihr sehr am Herzen. Die Warteliste für einen Platz ist lang, wie man sich denken kann. Für ein Stück Naturerlebnis kann man sich aber auch für eine Hofkiste eintragen und bekommt so frisches, saisonales Gemüse, Eier oder auch eingemachte Rote Bete nach Omas Geheimrezept geliefert.

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Wilkenshoff und dem Wolfs Junge entstanden.

KategorieErzeuger Fleisch